Es war das erwartete Stück harte Arbeit. Dank einer enormen Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit stand am Ende der 2. Sieg im 2. Spiel zu Buche. Allerdings muss die Mannschaft zu Beginn eines Spiels konzentrierter in der Defensive zusammenarbeiten, um nächste Woche im Spitzenspiel gegen den VfV Hildesheim kein Debakel zu erleben.
Für den diese Woche noch gesperrten Dildar Mirzo spielte heute Robin Fuhrmann im rechten Mittelfeld von Anfang an. Auf der rechten Abwehrseite begann zum zweiten Mal in Folge Lukas Heinrich. Im Sturm durfte Arthur Narloch neben Clinton Omorogbe anfangen.
Das Spiel begann genauso wie vor einer Woche das Spiel gegen Niedernwöhren. Beide Teams traten sehr offensiv auf, zeigten aber auch eklatante Schwächen in der Abwehr. So stand es schon nach 8 Minuten wieder einmal 2:1 für die Germania. Ein Eigentor der Gastgeber und ein Torwartgeschenk nach einem unplatzierten 40m-Freistoß sorgten für die erhoffte frühe Führung. Zu diesem Zeitpunkt konnte man den zwischenzeitlichen Ausglich noch als „Betriebsunfall“ abhaken. Es war jedoch auch heute deutlich erkennbar, dass die Abstimmung zwischen Angriff und Mittelfeld aber auch zwischen Mittelfeld und Abwehr bei der Germania noch nicht funktionierte. Das Umschalten von Angriff auf Abwehr fand teilweise gar nicht statt, so dass es zu vielen unerfreulichen 1:1-Situationen in der Grasdorfer Hintermannschaft kam, was wiederum zu einigen hochkarätigen Wunstorfer Torchancen führte. Zunächst waren den Wunstorfern noch Pfosten und Latte im Weg. Danach konnte der starke Felix Lücke im Tor zwei Torschüsse entschärfen. Zu frühes Angreifen bei einem Konter und ein katastrophaler Fehlpass vor dem eigenen Tor sorgten dann aber Mitte der 1. Halbzeit doch für den schon vorhersehbaren Doppelschlag und damit auch zu einem 3:2-Pausenrückstand. In der Halbzeit konnte sich kein Grasdorf-Fan vorstellen, wie eine solch indiskutable Leistung noch zu einem positiven Ergebnis führen soll. Die Antwort gaben die 11 Spieler auf dem Platz.
Weil die optimale Aufstellung für das neue Spielsystem offensichtlich auch in der 1. Halbzeit noch nicht gefunden war, wechselte Trainer Martin Schinowski zweimal aus. Iwan Celik stürmte neben Clinton Omorogbe und Arthur Narloch ersetzte nun Robin Fuhrmann im rechten Mittelfeld. Ob damit die Lösung auf der rechten Seite gefunden wurde, bleibt abzuwarten. Beim heutigen Spiel war der Wechsel jedenfalls spielentscheidend. Denn nach nur 5 Minuten Spielzeit in der 2. Halbzeit schickte Arthur Narloch Clinton auf die Reise, dieser schüttelte seinen Gegenspieler ab und erzielte souverän aus 20 m den Ausgleich. Damit war das Spiel wieder offen. Und Arthur Narloch schaffte es mit seiner starken Ausdauer auch noch, Lukas Heinrich in der Defensive zu unterstützen, so dass auch Lukas sich von Minute zu Minute steigerte und kaum noch einen Zweikampf verlor. Bis zur 65. Minute spielte sich der Hauptteil im Mittelfeld ab. Die Wunstorfer wurden nun früher gestört und vom eigenen Strafraum ferngehalten. Das 3:4 nach Freistoß von Chrandip Badwal, Flanke von Sores Bilgi und trockenem Schuss von Clinton Omorogbe war wie ein Befreiungsschlag. Von nun an fightete auch der letzte Grasdorfer in gewohnter Manier, die Germania musste jedoch noch zwei gefährliche Situationen überstehen. Die erste entschärfte Torhüter Felix Lücke bei einem strammen Schuss von halbrechts, kurz vor Schluss klärte Lukas Funk spektakulär für seinen geschlagenen Torhüter vor der Torlinie. Fast im Gegenzug erzielte Clinton Omorogbe nach tollem Solo und trockenem Rechtsschuss in die kurze Ecke das 5:3. Die letzten 5 Minuten (mit Nachspielzeit) durfte auch noch Burak Afsin an dem Erfolg teilhaben, den die Mannschaft dann routiniert über die Zeit brachte.
Nun bleibt der Mannschaft eine Woche Zeit, um den letzten Schritt der neuen Spielphilosophie zu verinnerlichen. Zusätzlich ergeben sich nächste Woche auch weitere Alternativen, wenn die rot-gesperrten Dildar Mirzo und Tom Ruziev ihre „Strafe“ abgesessen haben.
Wichtiger ist jedoch der Appell an die Spieler mit wenigen Einsatzzeiten, nicht den Kopf hängen zu lassen und sich in der Trainingswoche durch Einsatz und Leistung anzubieten. Auch die Ersatzspieler haben natürlichen einen großen Anteil an dem bisherigen Erfolg und sind Teil eines tollen Teams!
Torfolge:
0:1 Eigentor Noah Troschke (2., scharfe Hereingabe von Sores Bilgi)
1:1 5. Minute (Konter)
1:2 Sores Bilgi (8., Abstauber nach direktem Freistoß von Morten Frerichs und Torwartfehler)
2:2 22. Minute (Schuss aus 5 m nach Flanke von re.)
3:2 25. Minute (Schuss aus 12 m halbrechts nach Fehlpass im Zentrum)
3:3 Clinton Omorogbe (45., Schuss aus 18 m nach Pass von Arthur Narloch)
3:4 Clinton Omorogbe (65., Einzelaktion nach Kombination Morten Frerichs und Sores Bilgi)
3:5 Clinton Omorogbe (76., Schuss aus dem Zentrum nach Freistoß u. anschl. Flanke Sores Bilgi)
Beste Spieler: Felix Lücke und Niklas Buschmann







