SV Germania Grasdorf – TuS Garbsen
5:6 n.E. (1:1, 1:1)
In einem packenden Pokalfight behielt der Favorit aus Garbsen am Ende die Oberhand und zog in die 2. Runde ein. Das ganze Spiel wurde getrübt durch eine denkwürdige Schiedsrichterleistung.
Aber der Reihe nach.
Germania hat mit seinem neuen Trainer Martin Schinowski in den ersten 4 Wochen ein neues Spielsystem eingeübt. Nach recht ordentlicher Vorbereitung mit einem Sieg gegen Bezirksligaabsteiger JSG Leese (2:0), dem wegen Hagelschauern nach 20 Minuten abgebrochenem Spiel gegen Bezirksligist VfL Westercelle U17 (0:0), einem guten 7. Platz von 18 Teams in Oldenburg (mit Siegen gegen Fortuna/Sachsenross 2:1 und JFV Norden U17 2:0) sowie dem unglücklichen 1:1 in der Nachspielzeit (Elfmeter, einheimischer Jungschiedsrichter) beim VfB Peine, stand nun die Generalprobe für die nächste Woche beginnende Meisterschaftssaison an.
Weil Lukas Heinrich kurzfristig wegen einer Familienfeier absagte und 2 Spieler verletzungsbedingt fehlten, sah es auf der Grasdorfer Ersatzbank bei 13 Spielern recht übersichtlich aus. Tom Ruziev (letzte Saison noch C-Junioren) spielte erstmals in dieser Saison auf der re. Verteidigerposition und Chrandip Badwal rückte auf die Sechser-Position vor.
TuS Garbsen, seit 5 Wochen in der Vorbereitung und mit Testspielsiegen gegen höherklassige Teams an die Ohestraße gereist, trat selbstbewusst und dominant auf. Die lauf- und zweikampfstarken Gäste drängten bereits in den ersten Minuten auf die Führung. Die neuformierte Grasdorfer Defensive benötigte erwartungsgemäß einige Zeit, um sich zu ordnen. In der 12. Minute nutzten die Gäste jedoch zwei Stellungsfehler in der Grasdorfer Hintermannschaft zur Führung. Diese Führung ließ die Garbsener im Bewusstsein der sehr guten Vorbereitung jedoch leichtsinnig werden. Nach einer Garbsener Ecke, die Torhüter Felix Lücke sicher abfing, ging es sehr schnell. Abschlag auf Niklas Buschmann, der spielte Iwan Celik frei, welcher wiederum auf der rechten Seite seinem Gegenspieler davonlief und dem in der Mitte mitgelaufenen Niklas Buschmann den Ball perfekt in den Lauf servierte. Der Ausgleich hob das Selbstbewusstsein der Grasdorfer. Auch wenn die Garbsener in der Folgezeit weiterhin das Spiel bestimmten, so hielten unsere Spieler jetzt auch körperlich gegen. 10 Minuten vor Ende der 1. Halbzeit dann das vermeintliche 2:1, als Niklas Buschmann sich auf halblinks durchsetzte und den Ball am Torhüter vorbei ins Tor schlenzte. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen pfiff Schiedsrichter Benjamin Schrott jedoch wegen unerlaubtem Körpereinsatz (?) ab. Auf der Gegenseite immer wieder lange hohe Bälle an den Grasdorfer Strafraum, die zusätzlich gefährlich waren, weil Schiedsrichter Benjamin Schrott mehrfach eine Abseitssituation übersah. Die 1. Halbzeit endete verdient 1:1.
In der 2. Halbzeit erkämpfte sich der TuS Garbsen ein größeres Übergewicht und zwang die Germanenspieler zu mehr kräftezehrenden Zweikämpfen. In der 56. Minute dann der Eklat. Nach einem Zweikampf mit anschließendem Einwurf für Garbsen gerieten Tom Ruziev und sein Gegenspieler vor der Tribüne mit den aufgebrachten Garbsener Spielereltern verbal aneinander. Mittelfeldspieler Dildar Mirzo ging dazwischen, um beide zu beruhigen. Der Schiedsrichter kam 50 Meter über den Platz gesprintet und entschied sich (vermutlich aufgrund der hitzigen Stimmung) dazu, allen drei Spielern die rote Karte zu zeigen ! Nun ging es die letzten 24 Minuten in Unterzahl mit 9:10 weiter. Die Hektik nahm zu, Trainer Schinowski wechselte in der verbleibenden Zeit mehrfach aus und die Germania hatte nun mehrfach Glück, dass die Gäste die vielen Freistoßchancen und abgeblockten Schüsse im Nachsetzen nicht verwerten konnten. Felix Lücke verhinderte in der Schlussphase mit einem tollen Reflex bei einem Schuss aus 10m das 1:2. In der 5. Minute der Nachspielzeit setzte sich der kurz zuvor wieder eingewechselte Iwan Celik bei einem der wenigen wirkungsvollen Konter im Zentrum durch und hätte im 2 gegen 1 der Held des Tages werden können. Sein Abspiel auf Clinton Omorogbe kam jedoch zu spät und zu ungenau, so dass dieser die letzte Torchance knapp am kurzen Pfosten vorbeischoss.
Und es kam für Iwan Celik noch schlimmer. Weil der erste Garbsener Schütze im anschließenden Elfmeterschießen über das Tor schoss und sowohl Clinton Omorogbe, Niklas Buschmann, Sores Bilgi als auch Chrandip Badwal für Grasdorf trafen, hätte Iwan als letzter Schütze das Weiterkommen besiegeln können. Er scheiterte jedoch ebenso am Gästekeeper wie anschließend Lukas Funk. Die Garbsener trafen zweimal und durften danach über den Einzug in die 2. Pokalrunde jubeln.
Fazit aus Grasdorfer Sicht: Die Mannschaft hat in der relativ kurzen Vorbereitungszeit schon sehr viel Neues umsetzen können. Der Charakter und die Einstellung der Mannschaft stimmen. Mit Teamgeist konnte man in 80 Minuten den Favoriten ärgern und sogar fast „ein Bein stellen“.
Unser Team besitzt noch viel ungenutztes Potential und wird dieses im Laufe der kommenden Monate abrufen. Gegen die ebenfalls im Bezirkspokal ausgeschiedenen Niedernwöhrener wird es kommendes Wochenende in Grasdorf vermutlich ein etwas anderes Spiel zu sehen geben. Durch die zwei roten Karten haben nun andere Spieler die große Chance, sich zu zeigen für weitere Aufgaben zu empfehlen. Viel Erfolg !!!
Torfolge:
0:1 12. Minute (Nachschuss aus 8 m halblinks nach abgeblocktem Torschuss)
1:1 Niklas Buschmann (18., Vorarbeit Iwan Celik)
Beste Spieler: Geschlossene Mannschaftsleistung







