...und am Ende gewinnt doch Grasdorf! So lautet kurz gefasst das Fazit der Hinrunde der 3. Herren in der 2. Kreisklasse. Wenn uns in dieser Halbserie irgendetwas besonders ausgezeichnet hat, dann sicher, dass wir immer in der Lage waren, noch ein entscheidendes Tor machen konnten. Und zwar bis in die Nachspielzeit hinein. Das Ergebnis, dieser fc-bayernesken Effizienz und Kaltschnäuzigkeit, können wir uns nun mit größtem Vergnügen für einige Wochen an die Kabinentür dübeln: Wir sind Herbstmeister!
Nein, kaufen kann man sich für diesen Pseudo-Titel nichts. Es gibt keinen Pokal, keine Prämie und Sarah Connor wollte bislang auch noch mit keinem Mannschaftsmitglied eine Affäre anfangen! Aber der erste Tabellenplatz ist zumindest ein Arbeitszeugnis für die Dritte. Eines, das sich sehen lassen kann. Mit neun Siegen und drei Unentschieden thronen wir zum Jahreswechsel ungeschlagen an der Spitze der Liga. Trotz vieler abenteurlicher Ergebnisse wie 5:4 und 3:3 können wir uns mit der zweitbesten Abwehr der Staffel 3 rühmen. Wir gewannen unter anderem die Spitzenspiele gegen Holtensen und Gleidingen. Neben dem Duell gegen den BSV blieben wir auch in den übrigen Stadtderbys gegen Rethen und Ingeln-Oesselse siegreich. Zudem können wir uns mit der zweifelhaften Ehre rühmen, dem abgeschlagenen Tabellenschlusslicht Ihme-Roloven II, dem in der Regel das Tor weidwund geschossen wird, im ersten Saisonspiel den bislang einzigen Punkt zugeschustert zu haben. In diesem Zusammenhang darf durchaus kritsiert werden, dass wir trotz aller Erfolge vor dem Tor unsere Chancen hätten besser nutzen müssen.
Aber zu Euphorie neigt in der Mannschaft keiner. Zu oft haben wir in den vergangenen Jahren Traumata im Stile eines Michael Ballack durchleben müssen. Sprich: Nah dran, und doch daneben! Deshalb ist es in der Dritten bei Strafe verboten, das A-Wort überhaupt in den Mund zu nehmen. Wir verfolgen weiter lediglich das von den Trainern Andreas Urbanski und Andreas Hülsing ins Leben gerufene Unternehmen mit dem mystischen Namen „Projekt 2008/2009“. Was das genau sein soll, wissen nur die Andis! Wir haben bislang nur die grobe Ahnung, dass es irgendwas schlauchenden Konditionseinheiten, erfolgreichem Fußball, gefolgt von einer ausufernden Mannschaftssause zu tun haben könnte. Aber ob das stimmt?
André Nowak
„Aktenzeichen Projekt 2008/2009 ungelöst“
von Michael Behrens
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