Solche Spieltage möchte man als Trainer nicht allzu oft erleben ...
... die 94er krochen am vergangenen Samstag buchstäblich auf dem Zahnfleisch nach Heessel, einem der spielerisch mit Sicherheit stärksten Teams der Liga, wehrten sich so lange sie konnten nach Leibeskräften und verloren dennoch mit 0-6 Toren bei dem Aufstiegskandidaten.
Wie konnte es dazu kommen?
Versuchen wir es der Reihe nach aufzuarbeiten:
Bereits lange vor dem Spieltag stand fest, daß einer unserer wichtigsten Spieler, nämlich unser Abwehrchef Maxim, ausfallen wird. Wie schwer dieser Ausfall für die Mannschaft wiegt, zeigten bereits die letzten Spiele und dennoch hatten sich die 94er viel vorgenommen für das Auswärtsspiel in Heessel, denn so wie es sich derzeit darstellt, wird uns Maxim auch weiterhin nicht zur Verfügung stehen und die Mannschaft muss mit dieser Situation zurechtkommen.
Es gesellten sich jedoch kurzfristig noch weitere Ausfälle dazu, die uns schwer trafen.
Unsere Torhüter Tobias und Adrian, sowie mit Leon ein weiterer sehr wichtiger Spieler aus der Abwehrreihe standen für die Partie nicht zur Verfügung. Kirchliche Verpflichtungen im Rahmen des Konfirmationsunterrichtes mussten durch diese Spieler wahrgenommen werden und für weltliche Dinge wie ein Bezirksoberligaspiel hat die Kirche nun mal einfach nicht viel übrig ...
... leider fehlte auch sonst höherer Beistand, man könnte sogar glauben, daß sich gewisse Mächte an diesem Wochenende gegen uns verschworen hatten.
Zu diesen Ausfällen gesellte sich noch Turan, der aufgrund einer Verletzung kurz vor dem Spieltag absagen musste, womit dann unsere komplette Abwehrreihe inkl. Torhüter nicht zur Verfügung stand.
Am Morgen des Spieltages war auch klar, daß der nächste Schlüsselspieler, unser "Zehner" und Mannschaftsführer Jonathan aufgrund einer Bronchitis ausfallen wird.
Zumindest einen adäquaten Ersatz auf der Torwartposition hatte man noch früh genug finden können, mit Ramon, dem in seinen Spielen bisher glänzend aufgelegten Keeper der "95er", also der zweiten C-Jugend.
Etwa zehn Minuten bevor sich die Mannschaft am Samstag traf, erfolgte dann die nächste Hiobsbotschaft und es war klar, daß wir gar keinen etatmäßigen Torwart mehr zur Verfügung haben sollten.
Ramon hatte sich am Vortag schwerwiegend verletzt und war nicht in der Lage, ein Fussballspiel zu bestreiten.
Also wurden Luis schnell ein paar neue Torwarthandschuhe gekauft und aus den Reihen der 95er wurde ein Ersatz für unseren bisher erfolgreichsten Stürmer engagiert, vielen Dank an Can Akpinar, der sich so kurzfristig zur Verfügung stellte.
Mit einem Rumpfkader von insgesamt 13 Spielern sollte es dann nach Heessel gehen, doch am Treffpunkt stellte sich heraus, daß auch die Fahrt Grasdorf-Heessel und zurück nicht so einfach werden sollte.
Neben dem Wagen des Trainers und dem Zweisitzer des Betreuers wurden Fahrzeuge gebraucht, Pedro und Uwe erklärten sich zwar bereit, nach Heessel zu fahren, konnten aber aufgrund wichtiger Termine nicht vor Ort bleiben und so die Rückfahrt der Kids selbst sicherstellen.
Pedro aktivierte für die Rückfahrt seinen Sohn (Vielen Dank für die spontane Hilfe) und auch Achim Niemeyer erklärte sich nach dem Hilferuf der 94er sofort bereit, ebenfalls nach Heessel zu kommen und somit für die Rückreise einiger Spieler zu sorgen.
In diesem Zusammenhang konnten wir ja noch von Glück sprechen, mit dem Minikader unterwegs zu sein, nur ein Spieler mehr hätte zu mehrfachen Fahrten auf dem Rückweg geführt.
Es stellt sich also auch hier ein, was sich an den letzten Auswärtsspieltagen schon leicht andeutete und seit jeher ein Problem in älteren Jugendmannschaften zu sein scheint.
Während zu G-Jugendspielen die ganze Familie mit Begeisterung fährt (inkl. Oma und Opa) und die 3 Fahrzeuge pro Kind für Foto- und Filmausrüstung sowie die Koffer mit Kinderkleidung für alle Witterungslagen auch durchaus benötigt werden, ändert sich dies mit der Zeit eben ...
... ungefähr mit Erreichen des 15ten Lebensjahres sind die Eltern froh, wenn der Bengel mal für ein paar Stunden aus dem Haus ist.
Verständlich einerseits, insbesondere auch im Hinblick auf die Jahreszeit ... aber es wäre doch schön, wenn bei zukünftigen Auswärtsspielen eine gewisse Absprache unter den Eltern erfolgt, damit die Fahrt der 94er zu einem Spielort auch mit mehr als 12 Spielern und ohne große Verrenkungen möglich ist.
Zum Spiel bleibt folgendes festzustellen ...
... hätte Jafar in der fünfzehnten Minute seine Einschußchance genutzt und den Ball nicht äußerst knapp am Tor vorbei gesetzt, es hätte 1-0 für sich tapfer wehrende 94er gestanden.
Selbst nach der Halbzeit, als Emin nach einer Ecke für die Grasdorfer nur das Metall des Torpfostens striff und somit nicht zu dem 1-2 Anschlußtreffer kam, musste man sagen ...
... wer weiß, wie es dann ausgegangen bzw. was dann möglich gewesen wäre.
Auch das der Ersatzkapitän Benjamin in der ersten Halbzeit verletzt ausscheiden musste, war dem Spiel natürlich gerade zuträglich, passte aber zu den restlichen Katastrophen des Tages.
So blieben am Ende ein paar Tore zuviel auf der Seite des natürlich verdienten Siegers aus Heessel und die Hoffnung, daß man mit der Rückkehr einiger Spieler am nächsten Samstag gegen die Roten, also den Tabellenführer Hannover 96, unter verbesserten Vorraussetzungen in das Spiel gehen kann.
Vielleicht auch mit etwas mehr Unterstützung der Eltern, die Jungs könnten es brauchen.
Heesseler SV - Germania Grasdorf 6-0 (2-0)
Für die 94er am Ball: Luis, Marius, Sebastian, Shqiprim, Emin, Marco, Nico, Daniel, Benjamin, Jafar, Marvin, Fabien, Can
[ die94er ]







